Wie wohnt es sich auf kleinem Raum?

Juli 30, 2019 | Beitrag von MÖBELMEILE

In den Ballungsgebieten wird der Wohnraum knapp. Das bedeutet: Die Menschen müssen mit weniger Platz auskommen. Bringt diese Entwicklungen Impulse für die Möbelindustrie mit sich? Welche Möbel benötigt der Microliving-Mensch, der trotzdem komfortabel leben möchte?
 

„Die Menschen reagieren sensibel auf Verschwendung.“
Salvatore Figliuzzi

Durch die Digitalisierung fällt vieles weg. Bücher, Musik oder auch Büroordner hat man auf der Festplatte. Man braucht also weniger Möbel. Außerdem reagieren die Menschen, auch wenn es ihnen vielleicht gar nicht so bewusst ist, sensibler auf Verschwendung. Hier sind Möbellösungen gefragt, die auch darauf eingehen, dass die Grenzen des Wohnens verschwinden. Zwischen Küche und Wohnen ist diese Entwicklung bereits in vollem Gange und es wird auch die anderen Räume erfassen. Hierauf müssen wir Hersteller reagieren, damit gerade auch in kleineren Wohnungen offen gelebt werden kann.
 

„Clevere Lösungen mit Multifunktionalität.“
Michael Hilgers

Es gibt Differenzierungen in der Funktion: Es geht um Multifunktionalität. Das Zusammenwachsen der Wohnräume, das Leben auf beschränktem Raum, das Eingehen auf unterschiedliche Lebenszyklen. Dafür werden langfristig clevere Lösungen benötigt.
 
 

„Die Philosophie des Weniger-ist-mehr.“
Jenny Feldmann

Neben den Farben wird es mobiler. Die Kunden suchen nicht mehr speziell nach einem Couchtisch, sondern nach einem Möbel, das man flexibel einsetzen kann. Möbel werden eher Rohlinge, die man formen kann, wie man will. Ein anderes wichtiges Thema ist: Bewusstes Leben. Die Reduktion, die Philosophie des Weniger-ist-mehr. Hier liegt für die Möbelindustrie durchaus noch Potenzial.
 

„Die Küche verschwindet hinter der Schranktür.“
Ingrid Obermeier-Osl

Wenn die Räume kleiner werden, wird Funktionalität eine größere Rolle spielen. Kombimöbel werden je nach Lebenszyklus im Trend sein. Zum Beispiel Möbel mit versteckten Funktionen. Die Küche verschwindet hinter der Schranktür, nach außen ist sie ein Wohnmöbel mit versteckter Funktion. Hellere Töne werden angesagt sein, da dunkle Farben den Raum verkleinern.
 

„In der Stadt ist man gezwungen, zu reduzieren.“
Katrin de Louw

Die Räume werden kleiner, da soll es flexibel, gemütlich und urban sein. Die Einrichtung wird multifunktional. Das Stichwort lautet hybride Möbel. Und man hinterfragt mehr: Brauche ich eine Küche, wenn ich viele Möglichkeiten um die Ecke habe, mich gesund zu ernähren. In der Stadt ist man gezwungen, zu reduzieren. Was ist wirklich wichtig? Was brauche ich? Man hinterfragt die Form der Möbel. Man denkt Möbel neu. Wenn ich wenig Räume habe, höre ich auf in Raumfunktionen zu denken und strukturiere meine Umgebung neu. Hier wird auch die Möbelindustrie umdenken.