Zuhause?

Beitrag von MÖBELMEILE

Die Seele, die Liebe, der Ursprung des Lebens – auch im Zeitalter der Wissenschaften gibt es eine Reihe von Begriffen, die der Mensch nicht erschöpfend erklären kann. Dazu gehört auch das Zuhause. Anders als bei der Heimat, in die wir, ohne gefragt zu werden, hineingeboren werden, schaffen wir unser Zuhause selbst. Fast jeder Mensch hat einen Platz, an dem er sich zu Hause fühlt. Oder, wenn nicht, hat er Sehnsucht nach einem solchen Platz. Wann fühlen wir uns zu Hause und warum? Und: Was hat Einrichtung damit zu tun?


Beseelt

Der Mensch besteht aus 13 Grundstoffen, fünf gasförmigen und acht festen. Doch was ihn zum Menschen macht, wissen wir nicht. Die Grundstoffe eines Hauses oder eines Zeltes können wir definieren. Warum sich Menschen darin zu Hause fühlen, ist aber fast ebenso schwer zu greifen wie die Seele.

Mehrdimensional

Wie so häufig in der deutschen Sprache wird der Begriff Zuhause sowohl zur Bezeichnung eines Ortes als auch eines Gefühls benutzt: Der Duden definiert das Zuhause als „Wohnung, in der jemand zu Hause ist (und sich wohlfühlt)“. Wikipedia lässt den Wohlfühlaspekt weg und bringt stattdessen eine andere Komponente ins Spiel: In dem Online-Lexikon werden auch Wohnmobile, Hausboote oder Zelte aufgeführt, wenn sie dem Menschen eine Zuflucht bieten. „Home is where my heart is“, sagen die Engländer. Und bei all diesen Definitionen wird eins klar: Ein Zuhause – das sind nicht einfach vier Wände, es hat noch andere Dimensionen.

Möbliert

Vier Wände: erst mit Einrichtung ein Zuhause? Erst eine individuelle Einrichtung gibt der Wohnung die persönliche Note. Es wird in Accessoires investiert, in Möbel, in Dekoration. Und das mit gutem Grund: Der Mensch verbringt schließlich einen Großteil seiner Zeit zu Hause. Dass man diesen Ort so einrichtet, dass man sich wohlfühlt und Abstand zum hektischen Treiben draußen gewinnt, ist naheliegend – hier kommen wir als Möbelbranche ins Spiel.

Verankert

Ein Zuhause aufzugeben, ist nie leicht. Besonders schmerzhaft wird es, wenn es nicht freiwillig passiert: Jeden Tag, jede Stunde müssen Menschen ihr Zuhause räumen, weil sie dort nicht mehr sicher sind oder es sich nicht mehr leisten können. Das Zuhause erfüllt auch eine Schutzfunktion – und ist deswegen seinerseits geschützt. Die Vereinten Nationen tun dies mit Artikel 12 der UN-Menschenrechts-Charta, der die Freiheitssphäre des Einzelnen betrifft – und dazu gehört auch der Schutz der Wohnung. Jeder Mensch auf der Welt hat ein Anrecht darauf, vor willkürlichen Eingriffen in die Wohnsphäre geschützt zu werden. Für uns ist das selbstverständlich, leider für viele Menschen in der Welt nicht.

Menschlich

Was es so schwierig macht, dem Wesen des Zuhauses auf die Spur zu kommen, ist die Vielseitigkeit: Jeder Mensch hat unterschiedliche Vorstellungen von einem Zuhause. Trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten. Beate Mitzscherlich ergründet das Thema aus psychologischer Perspektive. Sie definiert das Zuhause als einen Ort, „… an dem man ein Grundgefühl von Geborgenheit spürt. Die Verbindung von räumlicher und sozialer Sicherheit.“ Die Landschaft, Gerüche, Speisen oder Musik – sinnliche Erfahrungen prägen das, was wir als Zuhause empfinden. Auch Menschen und Gefühle machen einen Ort zum Zuhause – oder sorgen für Entfremdung: „Wenn da plötzlich keiner mehr wohnt, den ich kenne, verliert der Ort an Heimatbezogenheit.“ Und fast jeder kennt dieses Gefühl. Eben war die Wohnung noch der Mittelpunkt des Lebens. Kurz vor dem Umzug, wenn Kartons und Familie schon weg sind und man ein letztes Mal durch die Räume geht, fühlt sich das Zuhause plötzlich komplett fremd an.

WAS IST ALSO ZUHAUSE?

Der Ort, an dem unsere Wurzeln liegen? Der Ort, an dem wir wohnen? Der Ort, der uns schützt? Der Ort, der unsere Persönlichkeit ausdrückt? Und was hat das alles mit Möbeln zu tun? Das alles und noch viel mehr kann Zuhause sein – und deswegen widmen wir dieses Heft der Vielfalt und lassen Menschen zu Wort kommen, ganz subjektiv und unverfälscht: eben so, wie ein Zuhause sein sollte.